Artikel zum Ritter der Freude Annegret Cremer 2020

Am Sonntag, dem 19.01.2020 hatte die Neue Pulheimer KG zum 41. Ritterschlag in den großen Saal des Parkhotel Ascari eingeladen.


Diese karnevalistische Veranstaltung wird vom Senat der Neuen Pulheimer KG jährlich organisiert,

um eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens für ihre Verdienste um das Brauchtum und den Karneval auszuzeichnen.


In diesem Jahr fiel die Wahl auf Annegret Cremer.

Sie ist Mitbegründerin und Ehrenpräsidentin der „Colombina Colonia“, der ersten Damen Karnevalsgesellschaft in Köln.

(Link zur Webseite: https://www.colombina-colonia-ev.de/ )


Die Feierlichkeiten zum Ritterschlag erinnern an eine Karnevalssitzung, sind aber im Unterschied dazu ausschließlich der Hauptperson des Abends gewidmet – dem Ritter der Freude.


Senatspräsident Christoph Ostendorf begrüßte die geladenen Gäste und eröffnete als erste Amtshandlung des Abends das Buffet. Im Restaurant-Bereich des Ascari war ein abwechslungsreiches Buffet aufgebaut, bei dem fast keine Wünsche offen blieben. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde der große Saal des Ascari geöffnet und der offizielle Teil der Veranstaltung begann.


Nochmals begrüßten die Senatsvorstände Christoph Ostendorf, Andreas Rump und Dieter Bell die Gäste.


Wie in jedem Jahr waren wieder zahlreiche Ehrengäste der Einladung zum Ritterschlag gefolgt.

Der Pulheimer Bürgermeister und Ehrensenator Frank Keppeler und die Ehrensenatoren Claus-Dieter Eisele, Heinzbert Fassbender, Franz Fischer, Rosemarie Katzenbach, Dieter Kuhn und Lotte Peltzer freuten sich über zahlreiche anwesende Ritter der Freude.


Matthias Bonnesen (2000), Wolfgang Bosbach (2019), Peter Horn (2016), Hubert Ludwikowski (2003), Fritz Schopps (2014) und

Dr. Bernhard Worms (1977) begrüßten mit einem anhaltenden warmen Applaus den 94 jährigen Ludwig Sebus, Ritter der Freude 1996, der immer wieder gerne der Einladung zum Ritterschlag folgt und mit seiner beeindruckenden Energie alle in seinen Bann zieht.


In Kreis der Ritter fühlte sich Ehren-Senatspräsident Dieter Kirchartz sichtlich wohl, hatte er doch bei fast allen Rittern den Ritterschlag moderiert oder sogar selbst durchgeführt. Einer guten Tradition folgend hält der Ritter des Vorjahres die Laudatio auf den neuen Ritter und nimmt auch den Ritterschlag vor.


Leider hatte Wolfgang Bosbach noch am selben Abend eine dringende Verpflichtung. Dennoch war es ihm wichtig,

zumindest die Laudatio auf Annegret Cremer zu halten, auch wenn er danach sofort abreisen musste.


Die Reden von Wolfgang Bosbach sind bekannt für ihre Spontanität und ihren Witz.

Auch diesmal enttäuschte er das Publikum nicht. Zu Beginn entschuldigte er sich bei Frau Cremer, dass er nicht zumindest im Frack erschienen sei, aber er kam gerade von einem Neujahrsempfang, von denen er einige Hundert pro Jahr absolviere und die sich zum Teil bis in den Dezember hinziehen würden. Außerdem habe er sich bei der Wahl zwischen nachhause fahren und bei der Neuen KG essen, für das Abendessen entschieden.


Da es in diesem Jahr eine Dame zu ehren galt, gab Wolfgang Bosbach einige Anekdoten aus dem Leben eines Ehemanns mit 3 Töchtern zum Besten:


"Der wichtigste Satz für Männer in seiner Situation ist: Ja Schatz, machen wir !


Beim Googeln nach dem Begriff „Ritterin“ erscheint als erster Eintrag der Name Jeanne d’Arc. Die ist eine Heilige der Katholischen Kirche.

Eine Gemeinsamkeit von Frau Cremer und Jeanne d‘ Arc sei, dass beide einen heroischen Kampf gekämpft haben.

Jeanne d‘ Arc kämpfte auf der Seite Frankreichs gegen England. Annegret Cremer kämpfte gegen das Festkomitee Kölner Karneval und damit hatte Frau Cremer den weitaus härteren Gegner.


Dennoch ist es der „Hebamme der Colombinen“ gelungen, ein wunderschönes Kind zur Welt zu bringen.

In einem Bickendorfer Keller wurde die Gesellschaft gegründet. In den ersten vier Jahren gab es keine Wahlen.

Der Vorstand konstituierte sich „Kraft eigener Souveränität“.

Diese Vorgehensweise habe Wolfgang Bosbach als Demokrat sehr gefallen. Er nannte es „gelenkte Demokratie“.

Die Gründung der Colombina Colonia gehöre zu den historischen Daten, die sich einreihen in die Daten der ersten Mondlandung sowie der Deutschen Meisterschaften des 1. FC Köln. "


Das Publikum war von diesen viele Gags begeistert.


Wolfgang Bosbach war untröstlich, die Veranstaltung verlassen zu müssen und verlies unter tosendem Applaus den Saal.


Zu Ehren von Annegret Cremer trat nun Peter Horn mit seiner Kölschfraktion auf.

Es ist bedauerlich, dass Peter Horn – selbst Ritter der Freude 2016 – nach dieser Session seine Kariere als

aktiver Künstler beenden wird. Umso glücklicher war der Senat der Neuen KG, die Kölschfraktion für

diesen Ritterschlag nochmals gewinnen zu können.


Der Auftritt der Kölschfraktion war grandios. Vom ersten Ton an standen alle Gäste und sangen die Hits wie:

Blootwoosch, Kölsch un‘ e‘ lecker Mädche; hey Kölle; echte Fründe stonn zosamme und andere lauthals mit

und schunkelten kräftig dazu.


Auch der nächste Künstler ist seit 2014 Ritter der Freude.

Fritz Schopps – Et Rumpelstilzche – hielt eine mitreißende Rede.


In Pulheim herrscht im Jahr 2020 FRAUENPOWER.


Nicht nur ist der Ritter der Freude 2020 mit Annegret Cremer weiblich.

Pulheim hat auch zum ersten Mal ein weibliches Dreigestirn.

Da aller guten Dinge drei sind, hat auch die KG Haufenlaufen zum ersten Mal ein weibliches Zweigestirn.


Das Dreigestirn präsentierte ihre Sessionslieder, die sehr gut beim Publikum ankamen.


Das Zweigestirn legte ebenfalls einen hervorragenden Auftritt hin.

Als der Traditionschor der KG Haufenlauen ihren Evergreen „Oh je, wir fahr’ n im Zug nach Mönchengladbach“ vortrug, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt.


Eine derartige Frauenpower hatten selbst erfahrene Kölner Karnevalistinnen noch nicht erlebt.

Nun war es endlich so weit. Der Ritterschlag konnte vollzogen werden.


Um dem Auftritt einen noch festlicheren Rahmen zu verleihen, wurden die Damen des Vorstands

der Colombina Colonia auf die Bühne gebeten.

In Vertretung des letztjährigen Ritters Wolfgang Bosbach übernahm Bürgermeister Frank Keppeler die ehrenvolle Aufgabe,

die Ehrenpräsidentin der Colombina Colonia, Frau Annegret Cremer zum Ritter der Freude 2020 zu schlagen.


In ihrer Dankesrede zeigte Frau Cremer sich sehr überrascht über die Qualität dieser Veranstaltung und beglückwünschte den Senatsvorstand auf das herzlichste.


Frau Cremer schilderte auf sehr humoristische Weise, welchem Widerstand sie ausgesetzt war als sie begann, eine reine Damengesellschaft im Kölner Karneval zu etablieren.

Aber – sie sei ein Widder und habe sich daher vor Herausforderungen noch nie gefürchtet.

Mit großer Freude begrüßte Sie den kompletten Vorstand der Colombina Colonia und die zahlreich erschienenen Mitglieder der Gesellschaft. Abschließend dankte Sie für die Ehrung und versprach, den Orden auf allen Veranstaltungen

durch die Session zu tragen.


Zur Abrundung des Abends hatte der Senatsvorstand eine Kölner Nachwuchsband engagiert.

Die Gruppe SCHARMÖÖR hatte bereits im November 2019 einen erfolgreichen Auftritt während des

Senats-Ordensappells der Neuen KG.


Spontan wurde die Band auch für den Ritterschlag verpflichtet. Eine Entscheidung, die das Publikum mit anhaltendem Applaus belohnte.


Die Vorbereitungen für den nächsten Ritterschlag am 10.01.2021 haben bereits begonnen.

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